Wann ist eine Dachsanierung wirklich notwendig? 7 klare Warnzeichen
Das Dach schützt Ihr Zuhause vor Wind, Regen und Kälte. Wer die Warnzeichen früh erkennt, kann größere Schäden vermeiden.
Lesen Sie mehr »Wer in Schwerin oder im Umland sein Dach saniert, steht früher oder später vor der Frage: Aufsparrendämmung oder Zwischensparrendämmung? Beide Varianten halten die Wärme im Haus. Sie unterscheiden sich aber darin, von wo aus gearbeitet wird, was mit Ihrer Eindeckung passiert und ob Sie im Dachgeschoss Raumhöhe abgeben.
In diesem Beitrag erklären wir beide Varianten, nennen ehrlich Vor- und Nachteile, zeigen, welche Rolle Dampfsperre und Lattung spielen – und was das Gebäudeenergiegesetz verlangt, wenn die Eindeckung erneuert wird. Vorweg die wichtigste Antwort: Welche Lösung passt, hängt an drei Dingen – Sparrenhöhe, Zustand der Eindeckung und Nutzung des Dachgeschosses. Und die lassen sich seriös nur vor Ort beurteilen.
Ein gedämmtes Steildach ist ein Schichtsystem. Von innen nach außen sieht es typischerweise so aus:
Die Frage „Aufsparren oder Zwischensparren“ entscheidet also vor allem, wo die Dämmschicht in diesem Paket liegt – und welche Schichten dafür angefasst werden müssen.
Bei der Aufsparrendämmung liegt die Dämmung als durchgehende Schicht auf den Sparren. Dafür wird das Dach von außen geöffnet: Ziegel und Lattung kommen herunter. Auf die Sparren kommt in der Regel eine Schalung, darauf die Dampfsperre, darauf die Dämmplatten. Es folgen Unterdeckbahn, Konterlattung, Traglattung und die neue Eindeckung. Die Konterlatten werden dabei mit langen Schrauben durch die Dämmung hindurch in den Sparren befestigt – sie tragen damit die Lasten der Eindeckung.
Wie eine Neueindeckung abläuft und wann sie statt einer Reparatur nötig ist, lesen Sie in unserem Beitrag Dachsanierung oder Neueindeckung – was ist die bessere Lösung?
Bei der Zwischensparrendämmung füllt die Dämmung die Gefache zwischen den Sparren – meist als Klemmfilz aus Mineralwolle oder Holzfaser, der sich passgenau zwischen die Hölzer spannt. Auf der Raumseite folgt die Dampfsperre, darunter die Innenverkleidung. Das Holz, das ohnehin da ist, wird so zum Träger der Dämmung.
Oft wird die Zwischensparrendämmung mit einer Untersparrendämmung kombiniert: einer zusätzlichen, dünneren Dämmlage unter den Sparren. Sie überdeckt die Sparren und mindert damit die Wärmebrücke, bringt zusätzliche Dämmstärke, wenn die Sparren allein nicht reichen, und schafft eine Installationsebene. Kabel und Dosen sitzen dann in dieser Ebene, ohne dass die Dampfsperre durchlöchert wird.
Die Zwischensparrendämmung lässt sich auf zwei Wegen einbauen:
Wichtig bei der Variante von innen: Wir müssen wissen, was über der Dämmung liegt. Viele ältere Dächer haben keine oder nur eine beschädigte Unterspannbahn. Dann läge die Dämmung direkt unter den Ziegeln – Flugschnee und Schlagregen könnten sie durchfeuchten. Ob die vorhandene Unterspannung ausreicht, zeigt nur der Blick ins Dach.
Mehr zu den Dämmarten am Dach finden Sie auf unserer Seite Dachdämmung.
Warme Raumluft trägt Feuchtigkeit. Gelangt sie in die Dämmung und kühlt dort ab, fällt Wasser aus – mitten im Dach, wo es keiner sieht. Die Folgen: Die Dämmung verliert ihre Wirkung, Holz wird feucht, im schlimmsten Fall bildet sich Schimmel. Die Dampfsperre verhindert das. Sie liegt immer auf der warmen, also der Raumseite der Dämmung.
In beiden Fällen gilt: Eine Dampfsperre ist nur so gut wie ihre Stöße und Anschlüsse. Jede offene Naht, jede unverklebte Durchdringung für Kabel oder Rohre ist eine Lücke. Deshalb verkleben wir Stöße und Anschlüsse vollständig und führen Leitungen möglichst in der Installationsebene, nicht durch die Folie.
Die Lattung hat zwei Aufgaben. Die Konterlattung läuft parallel zu den Sparren auf der Unterdeckbahn. Sie hebt die Eindeckung an und schafft darunter einen Luftraum, durch den Feuchtigkeit abziehen und Wasser auf der Bahn zur Traufe ablaufen kann. Die Traglattung liegt quer dazu, ihr Abstand richtet sich nach dem Ziegelmodell – auf ihr hängen die Ziegel.
Wird bei einem Steildach die Dacheindeckung erneuert – also Ziegel und Lattung ersetzt oder das Dach neu aufgebaut –, stellt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) Mindestanforderungen an die Dämmung. Für Steildächer darf der Wärmedurchgangskoeffizient, der U-Wert, dann höchstens 0,24 W/(m²·K) betragen. Je kleiner der Wert, desto weniger Wärme geht durch das Dach verloren.
Für die Dämmung zwischen den Sparren kennt das Gesetz eine Erleichterung: Ist die Dämmschichtdicke aus technischen Gründen begrenzt – etwa durch die Sparrenhöhe –, gilt die Anforderung als erfüllt, wenn die nach den anerkannten Regeln der Technik höchstmögliche Dämmschichtdicke eingebaut wird. Kleinere Reparaturen, etwa der Tausch einzelner Ziegel, lösen die Pflicht in der Regel nicht aus: Betrifft die Maßnahme nicht mehr als 10 Prozent der Dachfläche, greifen die Anforderungen nicht.
Das ist eine sachliche Einordnung, keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist die Fassung des Gesetzes, die zum Zeitpunkt der Arbeiten gilt. Für Fragen zum energetischen Nachweis Ihres Hauses ist ein Energieberater der richtige Ansprechpartner. Welcher Dachaufbau die Anforderung an Ihrem Dach erfüllt, sagen wir Ihnen nach der Prüfung. Mehr dazu auf unserer Seite zur energetischen Dachsanierung.
Die Sparrenhöhe legt fest, wie viel Dämmung zwischen die Sparren passt. Reicht sie für die nötige Dämmstärke, ist die Zwischensparrendämmung eine gute Wahl. Reicht sie nicht, braucht es eine Untersparrendämmung zusätzlich – oder die Dämmung kommt gleich auf die Sparren.
Muss die Eindeckung ohnehin herunter, liegt die Aufsparrendämmung nahe: Das Dach ist dann sowieso offen, und Sie bekommen Dämmung und neue Eindeckung in einem Arbeitsgang. Ist die Eindeckung noch gut und die Unterspannung intakt, spricht viel dafür, sie liegen zu lassen und von innen zwischen den Sparren zu dämmen.
Ist das Dachgeschoss bewohnt und frisch renoviert, ist der Weg von außen meist der schonendere – ob als Auf- oder als Zwischensparrendämmung. Wird es ohnehin ausgebaut oder umgebaut, ist der Weg von innen naheliegend. Und wird der Dachboden gar nicht genutzt und nicht beheizt, ist oft die Dämmung der obersten Geschossdecke die einfachere Lösung als die Dämmung der Dachschrägen.
Diese drei Fragen klingen einfach. Die Antworten stehen aber nicht in den Bauunterlagen, sondern im Dach: Sparrenmaße, Zustand von Holz, Lattung und Unterspannung, vorhandene Dämmung, Feuchtespuren, Anschlüsse an Schornstein und Giebel. Deshalb legen wir uns erst nach der Prüfung vor Ort fest.
Ob Ihr Dach überhaupt saniert werden muss, zeigt unser Beitrag Wann ist eine Dachsanierung wirklich notwendig? 7 klare Warnzeichen. Was wir bei einer Sanierung leisten, lesen Sie unter Dachsanierung.
Sie müssen die Frage „Aufsparren oder Zwischensparren“ nicht allein beantworten. Bei der kostenlosen Dachprüfung schauen sich unsere erfahrenen Dachdecker Ihr Dach an – Sparren, Eindeckung, Lattung, Unterspannung und Dachgeschoss. Rainer Thormählen berät Sie danach als Meister persönlich und sagt Ihnen ehrlich, welcher Aufbau für Ihr Haus sinnvoll ist. Manchmal ist die Antwort auch: Die Eindeckung hält noch, eine Dämmung von innen reicht.
Wir arbeiten in Schwerin und Umgebung – rund 50 km um Holthusen.
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Oder direkt anrufen: 03865 / 84 41 10 – bei uns geht ein Mensch ran.
KI-Darstellung: Zwischensparrendämmung von innen – Dämmung in den Gefachen, links bereits mit Dampfsperre.
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