Meisterbetrieb seit 1995 · Holthusen bei Schwerin
Anrufen Kontakt
Ratgeber

Bauherren-Checkliste: Was Sie mit Ihrem Dachdecker vor dem Neubaudach klären sollten

| Neueindeckung

Von Rainer Thormählen Dachdecker GmbH & Co. KG · Meisterbetrieb seit 1995, Holthusen bei Schwerin

Wer baut, hat einen Bauzeitenplan – und eine Sorge: dass ein Gewerk ihn reißt. Beim Dach ist das besonders teuer, denn erst wenn das Haus oben dicht ist, kann innen weitergearbeitet werden. Ob ein Neubaudach pünktlich und sauber fertig wird, entscheidet sich selten auf dem Gerüst. Es entscheidet sich Wochen vorher, am Tisch. Wenn Sie einen Dachdecker für Ihren Neubau in Schwerin oder im Umland suchen, lohnt es sich, ein paar Punkte früh und schriftlich zu klären.

Diese Checkliste geht die Themen in der Reihenfolge durch, in der sie auf Ihrer Baustelle wichtig werden: Zeitpunkt, Abstimmung, Eindeckung, Dachfenster und Durchdringungen, Entwässerung, Schneefang, PV-Vorbereitung und Gewährleistung. Am Ende steht alles noch einmal zum Abhaken – und eine Liste der Fragen, die ein guter Betrieb Ihnen von sich aus stellen sollte.

Wann Sie den Dachdecker für Ihren Neubau in Schwerin ins Boot holen

Die kurze Antwort: sobald die Werkplanung steht – und bevor der Zimmerer abbindet. Dachstuhl und Eindeckung sind zwei Gewerke, aber ein System. Lage der Dachfenster, Dachüberstand, Traufausbildung und Dämmkonzept bestimmen, was der Zimmerer baut. Wer den Dachdecker erst zum Richtfest dazuholt, entdeckt Abstimmungsfragen dann, wenn eine Änderung Zeit kostet.

Für ein erstes Gespräch brauchen wir keine fertigen Unterlagen. Hilfreich sind:

  • Pläne: Ansichten, Schnitte und Dachaufsicht – so weit sie vorliegen.
  • Termine: geplanter Baubeginn, voraussichtlicher Richttermin, gewünschter Zeitpunkt „Haus dicht“.
  • Ansprechpartner: wer die Bauleitung hat – Architekt, Bauunternehmen oder Sie selbst.
  • Vorgaben: was der Bebauungsplan zu Dachform, Neigung und Farbe sagt.

Wie die Arbeiten nach dem Dachstuhl Schicht für Schicht aufeinander folgen, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben: Dacheindeckung im Neubau – Ablauf, Zeitplan und Abstimmung.

Wer mit wem spricht: Bauleitung, Architekt und Zimmerer

Auf einer Neubaustelle scheitert selten das Handwerk, sondern die Schnittstelle. Darum gehört ganz an den Anfang: Wer ist der Ansprechpartner des Dachdeckers? Läuft die Bauleitung über Ihren Architekten oder Ihr Bauunternehmen, stimmen wir uns direkt dort ab. Sie als Bauherr müssen nicht zwischen den Gewerken vermitteln – sollten aber wissen, wer es tut.

Diese Schnittstellen sollten vorab eindeutig verteilt sein:

  • Übergabe des Dachstuhls: Wann übergibt der Zimmerer die Sparrenlage, und wer prüft, ob Maße, Wechsel und Traufe zur geplanten Eindeckung passen?
  • Traufe und Rinnenhalter: Wer setzt Traufbohle und Rinnenhalter? Die Halter liegen später unter der ersten Ziegelreihe – sie müssen vor dem Eindecken sitzen.
  • Dampfsperre: Bei Zwischensparrendämmung wird die Dampfsperre von innen eingebaut, oft vom Trockenbauer. Bei Aufsparrendämmung legt sie der Dachdecker von außen. Wer sie wo anschließt – an Giebel, Pfetten und Dachfenster –, gehört in den Plan, nicht ins Bauchgefühl.
  • Gerüst: Wer stellt das Gerüst mit Dachfang an der Traufe, und wie lange steht es? Oft nutzen mehrere Gewerke dasselbe Gerüst.
  • Material und Zufahrt: Wo kann geliefert und gelagert werden, ohne dass Ziegelpaletten den Estrichleger blockieren?

Und zum Zeitplan: Bei uns steht der Zeitrahmen schriftlich im Angebot. Verschiebt sich das Gewerk vor uns, sprechen wir früh miteinander – nicht am Tag davor. Genau das sollten Sie von jedem Dachdecker erwarten.

Eindeckung festlegen: Material, Modell, Farbe

Das Eindeckmaterial ist keine Geschmacksfrage, die man nach dem Richtfest entscheidet. Das gewählte Ziegelmodell bestimmt das Lattmaß, also den Abstand der Traglatten. Ohne festes Modell kann niemand die Lattung planen – und Material mit Lieferzeit wird nicht rechtzeitig bestellt.

Klären Sie deshalb früh:

  • Tonziegel oder Betondachstein, Form (zum Beispiel Hohlpfanne oder Flachziegel), Oberfläche und Farbe. Einen sachlichen Vergleich finden Sie in unserem Beitrag Tonziegel oder Betondachstein?
  • Dachneigung: Jedes Modell hat eine Regeldachneigung, ab der es ohne Zusatzmaßnahmen regensicher ist. Liegt die geplante Neigung darunter, braucht es eine höherwertige Unterdeckung oder ein anderes Material.
  • Gewicht: Der Statiker rechnet den Dachstuhl auf die geplante Eindeckung. Das Material muss also feststehen, bevor gerechnet wird.
  • Bebauungsplan: Viele Gemeinden rund um Schwerin geben Farbtöne vor oder schließen glänzende Oberflächen aus. Das prüft Ihr Architekt; wir sagen Ihnen, was technisch dazu passt.

Unter der Eindeckung gehört der Aufbau ebenfalls auf den Tisch: diffusionsoffene Unterdeckbahn, Konterlattung für den Lüftungsraum, Traglattung im Lattmaß des Ziegels. Diese Schichten sieht später niemand mehr – sie entscheiden aber, wie lange das Dach dicht bleibt.

Dachfenster und Durchdringungen früh einplanen

Alles, was durchs Dach geht, sollte auf dem Plan stehen, bevor der Zimmerer abbindet. Für Dachfenster muss er zwischen den Sparren Wechsel setzen; Lage und Größe müssen also feststehen. Nachträglich ein Fenster einzubauen ist möglich, aber immer die schlechtere und aufwendigere Lösung.

Typische Durchdringungen beim Neubau:

  • Dachfenster samt Eindeckrahmen und Anschluss an die Dampfsperre
  • Abgasrohr der Heizung oder Schornstein
  • Fortluft und Außenluft der Wohnraumlüftung
  • Entlüftung der Abwasserleitung (Strangentlüftung)
  • Antennen- oder Satellitenhalterung
  • Kabeldurchführung für eine spätere PV-Anlage

Jede Durchdringung bekommt einen eigenen, dichten Anschluss an Unterdeckbahn und Eindeckung. Je weniger einzelne Löcher, desto besser – manchmal lassen sich Leitungen bündeln. Das lohnt sich, mit Haustechniker und Dachdecker gemeinsam anzuschauen. Was bei Fenstern unterm Dach zu beachten ist, lesen Sie auf unserer Seite Dachfenster & Rolladen.

Dachentwässerung: Rinnen, Fallrohre, Anschluss unten

Die Dachrinne wirkt wie ein Detail am Schluss. Tatsächlich hängt sie an zwei Enden der Planung:

  • Oben: Rinnengröße und Zahl der Fallrohre werden nach Dachfläche und Regenmenge bemessen. Die Rinnenhalter werden vor der Eindeckung gesetzt.
  • Unten: Wo die Fallrohre ankommen, muss zu den Grundleitungen passen – zu Regenwasserkanal, Versickerung oder Zisterne. Diese Leitungen liegen längst im Boden, wenn das Dach gedeckt wird.
  • Material und Optik: Zink, Kupfer oder beschichtetes Metall, halbrund oder kastenförmig, sichtbar oder innenliegend. Auch hier kann der Bebauungsplan mitreden.

Fragen Sie deshalb früh, wer die Fallrohr-Positionen mit dem Tiefbau abstimmt. Ein Fallrohr, das einen halben Meter neben dem Anschlussstutzen endet, ist ärgerlich und vermeidbar.

Schneefang: wo er hingehört

Schnee rutscht von einem neuen, glatten Ziegeldach schneller ab als von einem alten. Ob Schneefang vorgeschrieben ist, hängt von örtlichen Vorgaben und der Lage des Hauses ab. Sinnvoll ist er fast immer dort, wo Menschen gehen oder Dinge stehen:

  • über dem Hauseingang und über Gehwegen
  • über Stellplatz, Carport oder Terrasse
  • über einem tiefer liegenden Anbau, einer Gaube oder einem Wintergarten
  • zum Schutz der Dachrinne, die abrutschender Schnee sonst mit abreißen kann

Schneefanggitter oder Schneefangstützen werden auf passenden Systemziegeln oder an der Lattung befestigt. Darum gehört der Schneefang in die Planung der Eindeckung – und nicht als Nachrüstung in den ersten Winter.

PV-Vorbereitung: das Dach jetzt schon mitdenken

Auch wenn die Solaranlage erst in ein paar Jahren kommt: Das Neubaudach ist der beste Zeitpunkt, sie vorzubereiten. Die Anlage selbst plant und montiert ein Solarfachbetrieb. Damit das Dach dafür bereit ist, sollten Sie vorher klären:

  • Statik: Lassen Sie die Zusatzlast der Module vom Statiker gleich mit einrechnen.
  • Freie Fläche: Dachfenster, Lüftungsrohre und Antennen möglichst so legen, dass die sonnige Dachfläche zusammenhängend frei bleibt.
  • Kabelweg: Eine dichte Durchführung – etwa über einen passenden Durchgangsziegel – beim Eindecken setzen, statt später Ziegel anzubohren. Innen dazu ein Leerrohr bis zum Technikraum.
  • Zuständigkeit: Wer setzt die Dachhaken, wer passt die Ziegel darüber an, und wer ist für die Dichtheit an diesen Stellen verantwortlich? Das sollte zwischen Dachdecker und Solarbetrieb abgesprochen sein, bevor jemand aufs Dach steigt.

Abnahme und Gewährleistung: was schriftlich stehen sollte

Mit der Abnahme geht das Dach in Ihre Verantwortung über, und die Gewährleistung beginnt zu laufen. Darum lohnt es sich, diesen Termin ernst zu nehmen und vorher zu wissen, worauf es ankommt:

  • Vertragsgrundlage: Ob ein Werkvertrag nach BGB oder die VOB/B vereinbart ist, wirkt sich auf die Gewährleistungsfrist aus. Lassen Sie sich erklären, was in Ihrem Vertrag gilt – die Frist steht dort schwarz auf weiß.
  • Förmliche Abnahme: Gemeinsamer Termin auf der Baustelle, ein Protokoll mit Datum und Unterschrift. Offene Kleinigkeiten werden dort notiert, mit Termin zur Erledigung.
  • Zeitpunkt: Abgenommen wird, solange das Gerüst noch steht – dann lassen sich First, Anschlüsse und Rinnen aus der Nähe ansehen. Bei uns nimmt Rainer Thormählen als Meister persönlich ab.
  • Unterlagen: Fragen Sie nach den verbauten Produkten (Ziegelmodell, Unterdeckbahn, Dachfenster) und den Herstellerangaben zu Pflege und Wartung. Fotos der verdeckten Schichten während der Bauphase sind für Ihre Bauakte Gold wert.
  • Wartung: Klären Sie, was Sie selbst tun können – Rinnen frei halten, nach Sturm vom Boden aus nachsehen – und wann eine fachliche Durchsicht sinnvoll ist.

Fragen, die ein guter Dachdecker von sich aus stellt

Am Erstgespräch erkennen Sie viel. Ein Betrieb, der Ihr Neubaudach ernst nimmt, wartet nicht, bis Sie an alles gedacht haben. Er fragt selbst nach. Diese Fragen sollten im ersten oder zweiten Gespräch fallen:

  1. Wann ist das Richten geplant, und bis wann soll das Haus dicht sein?
  2. Wer hat die Bauleitung, und wer ist mein Ansprechpartner auf der Baustelle?
  3. Welche Dachneigung steht im Plan, und was sagt der Bebauungsplan zu Form und Farbe?
  4. Ist das Ziegelmodell schon festgelegt – oder sollen wir eine Empfehlung geben?
  5. Zwischensparren- oder Aufsparrendämmung – und wer baut die Dampfsperre ein?
  6. Wo sitzen Dachfenster, Lüftungsrohre und Abgasrohr?
  7. Wo enden die Fallrohre, und sind die Grundleitungen schon verlegt?
  8. Wo braucht es Schneefang – über Eingang, Stellplatz, Anbau?
  9. Ist eine PV-Anlage geplant, jetzt oder später?
  10. Wer stellt das Gerüst, und wo können wir Material lagern?

Stellt Ihr Dachdecker keine dieser Fragen, sollten Sie sie stellen. Und wenn er auf eine davon ehrlich sagt „Das muss ich mir erst ansehen“, ist das kein schlechtes Zeichen – sondern eines für Sorgfalt.

Ihre Neubaudach-Checkliste auf einen Blick

Zum Abhaken vor dem Gespräch mit Ihrem Dachdecker – und als Gedächtnisstütze für die Baubesprechung:

  • Dachdecker angefragt, bevor der Zimmerer abbindet
  • Pläne, Baubeginn und Richttermin übergeben
  • Ansprechpartner der Bauleitung benannt
  • Zeitrahmen fürs Dach schriftlich im Angebot
  • Übergabe des Dachstuhls und Rinnenhalter geregelt
  • Dämmkonzept fest und Einbau der Dampfsperre zugeordnet
  • Ziegelmodell, Farbe und Dachneigung abgestimmt – auch mit dem Bebauungsplan
  • Dachfenster und alle Durchdringungen im Plan
  • Rinnen, Fallrohre und Anschluss an die Grundleitungen geklärt
  • Schneefang-Bereiche festgelegt
  • PV-Vorbereitung: Statik, freie Fläche, Kabelweg, Zuständigkeit
  • Gerüst, Lagerfläche und Zufahrt geregelt
  • Vertragsgrundlage und Abnahme mit Protokoll vereinbart

Sie bauen? Sprechen Sie uns früh an.

Am besten, bevor der Zimmerer-Termin steht: Schicken Sie uns Ihre Pläne oder rufen Sie an. Rainer Thormählen berät und plant als Meister persönlich, unser eingespieltes Team führt aus. Wir stimmen uns mit Ihrer Bauleitung, Ihrem Architekten und dem Zimmerer ab und gehen diese Checkliste gemeinsam mit Ihnen durch. Was wir bei einer Neueindeckung im Neubau im Einzelnen leisten, lesen Sie auf unserer Leistungsseite Neueindeckung und Neubau. Lieber gleich eine kurze Nachricht schicken? Dann nutzen Sie das Kontaktformular auf unserer Startseite.

Wir arbeiten in Schwerin und Umgebung – rund 50 km um Holthusen.

Beratungsgespräch anfragen »

Oder direkt anrufen: 03865 / 84 41 10 – bei uns geht ein Mensch ran.

Alle Beiträge ansehen »

Neubau mit Satteldach in der Eindeckphase: graue Unterdeckbahn, Konter- und Traglattung, vorbereitete Dachfensteröffnung und an der Traufe bereits rotbraune Tonziegel

KI-Darstellung: Neubaudach in der Eindeckphase – Unterdeckung, Lattung, Dachfensteröffnung und erste Ziegelreihen.

Wir halten Sie auf dem Laufenden

Weitere Beiträge

Sie bauen? Beratungsgespräch für Ihr Neubaudach anfragen.

Beratungsgespräch anfragen »