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Flachdach undicht? Die fünf häufigsten Ursachen und was jetzt zu tun ist

| Flachdach

Ein brauner Fleck an der Garagendecke, Tropfen am Lichtschalter im Anbau, eine feuchte Wand unter dem Balkon: Wenn das Flachdach undicht ist, wird es schnell ärgerlich. Denn anders als beim Steildach gibt es hier keine Eindeckung mit Lattung und Unterdeckbahn darunter, die als zweite Ebene Wasser ableitet. Beim Flachdach ist die Abdichtung alles. Hat sie eine Lücke, steht das Wasser früher oder später in der Dämmung oder im Raum.

Die gute Nachricht: Nicht jede undichte Stelle bedeutet ein neues Dach. Oft liegt die Ursache an einer einzigen Naht, einem Anschluss oder einem verstopften Ablauf. In diesem Beitrag zeigen wir die fünf häufigsten Ursachen, was Sie sofort tun können, was wir bei der Prüfung vor Ort ansehen – und wann eine Reparatur reicht und wann eine neue Abdichtungslage nötig wird.

Erst einmal: Wo es tropft, liegt selten der Schaden

Wasser läuft auf einem Flachdach nicht senkrecht nach unten. Es wandert unter der Abdichtung, in der Dämmung oder auf der Dampfsperre entlang, bis es irgendwo einen Weg nach innen findet. Der Fleck an der Decke kann deshalb mehrere Meter vom eigentlichen Leck entfernt sein. Wer nur über der feuchten Stelle flickt, hat das Problem oft nicht gelöst.

Und noch etwas: Nicht jede feuchte Stelle ist ein Leck. Fehlt die Dampfsperre oder ist sie beschädigt, zieht warme, feuchte Raumluft in den Dachaufbau, kühlt dort ab und schlägt sich als Tauwasser nieder. Das sieht von innen aus wie ein undichtes Dach, hat aber eine ganz andere Ursache – und braucht eine andere Lösung.

Die fünf häufigsten Ursachen, wenn das Flachdach undicht ist

1. Stehendes Wasser

Ein Flachdach ist nie ganz flach. Die Fachregeln sehen für Abdichtungen ein planmäßiges Gefälle von mindestens zwei Prozent vor, damit Regen zu den Abläufen läuft. Ist das Gefälle zu gering, hat sich die Unterkonstruktion gesetzt oder ist die Dämmung zusammengedrückt, bleiben Pfützen stehen – oft tagelang.

Stehendes Wasser allein macht ein Dach nicht undicht. Es beschleunigt aber die Alterung: Schmutz und Laub setzen sich ab, Moos und Gräser wurzeln, im Winter arbeitet das Eis. Jede kleine Schwachstelle in einer Pfütze steht dauerhaft unter Wasser. Bei großen Mulden kommt das Gewicht hinzu, gerade auf leichten Dächern von Garagen und Anbauten.

2. Offene Nähte

Abdichtungen bestehen aus Bahnen – Bitumenbahnen werden überlappend verschweißt, Kunststoffbahnen mit Heißluft verschweißt oder verklebt. Die Naht ist die Stelle, an der zwei Bahnen eins werden müssen. Durch Alterung, Temperaturwechsel und Bewegungen im Untergrund lösen sich Nähte mit den Jahren. Manchmal war die Naht auch von Anfang an nicht sauber ausgeführt.

Offene Nähte sind von unten nicht zu sehen und von oben oft nur mit geübtem Blick. Typisch sind aufstehende Bahnenränder, Falten an der Überlappung oder Stellen, an denen sich eine Nahtkante mit dem Finger anheben lässt.

3. Blasen in der Abdichtung

Blasen entstehen, wenn unter der Bahn Luft oder Feuchtigkeit eingeschlossen ist. Scheint die Sonne aufs dunkle Dach, dehnt sich der Inhalt aus und hebt die Bahn an. Eine Blase ist nicht automatisch ein Leck. Sie ist aber ein Hinweis: Entweder war der Untergrund beim Verlegen nicht trocken, oder es kommt Feuchtigkeit aus dem Aufbau nach. Wer auf Blasen tritt, riskiert Risse – und dann ist das Dach wirklich offen.

4. Defekte Anschlüsse und Durchdringungen

Die Fläche selbst ist selten das Problem. Undicht wird es meist dort, wo die Abdichtung auf etwas anderes trifft: an der Attika, an der Hauswand, an der Türschwelle zur Dachterrasse, an Lichtkuppeln, Lüfterrohren, Antennenfüßen oder Halterungen. An der Wand muss die Abdichtung nach den Fachregeln in der Regel mindestens 15 Zentimeter über die Dachoberfläche hochgeführt und oben sauber abgeschlossen werden, zum Beispiel mit einer Kappleiste.

Mit der Zeit lösen sich Anschlüsse, Dichtstoff versprödet, Bleche arbeiten. Auch nachträglich montierte Teile – eine Satellitenschüssel, ein Geländer, eine Klimaanlage – sind häufige Schwachstellen, wenn beim Einbau niemand an die Abdichtung gedacht hat.

5. Verstopfte Abläufe

Laub, Moos, Sand und Vogelnester – ein Dachablauf ist schnell zu. Dann steigt das Wasser auf dem Dach. Erreicht es die Oberkante eines Anschlusses oder einer Türschwelle, läuft es dahinter und darunter, auch wenn die Abdichtung selbst intakt ist. Gerade nach dem Herbst oder nach Starkregen ist ein verstopfter Ablauf eine der häufigsten Ursachen für plötzlich auftretende Feuchtigkeit. Wo es einen Notüberlauf gibt, muss auch der frei sein.

Sofortmaßnahmen: Was Sie jetzt tun können

  1. Nicht aufs Dach steigen, wenn es nass, glatt oder stürmisch ist. Flachdächer wirken harmlos. Lichtkuppeln und dünne Unterkonstruktionen von Garagen tragen aber kein Körpergewicht, und an der Kante fehlt meist jede Absturzsicherung.
  2. Strom prüfen. Läuft Wasser in der Nähe von Leuchten, Schaltern oder Steckdosen, schalten Sie die betroffene Sicherung ab.
  3. Wasser auffangen und Dinge in Sicherheit bringen. Eimer unterstellen, Möbel, Elektrogeräte und Kartons wegräumen, Boden trocken halten.
  4. Dokumentieren. Fotografieren Sie die feuchten Stellen innen und – wenn gefahrlos möglich – das Dach von einem sicheren Standpunkt aus. Notieren Sie, wann es tropft: nur bei Starkregen, bei Wind aus einer bestimmten Richtung, oder auch bei trockenem, kaltem Wetter? Das hilft bei der Ursachensuche und ist wichtig, falls Sie den Schaden Ihrer Versicherung melden.
  5. Ablauf nur freimachen, wenn er sicher erreichbar ist. Ist der Ablauf zum Beispiel von einer Dachterrasse aus gefahrlos zugänglich, können Sie grobes Laub vorsichtig entfernen. Keine spitzen Werkzeuge auf der Abdichtung benutzen.
  6. Nicht selbst flicken. Dichtmasse aus dem Baumarkt auf einer nassen Bahn hält selten und erschwert die spätere fachgerechte Reparatur. Rufen Sie lieber an.

Erreichbar sind wir unter 03865 / 84 41 10. Sie können uns Ihr Anliegen auch über das Kontaktformular auf unserer Startseite schicken – wir melden uns zeitnah mit einem Terminvorschlag.

Was der Dachdecker bei der Prüfung vor Ort ansieht

Eine seriöse Aussage über ein undichtes Flachdach gibt es nicht am Telefon und nicht nach einem Foto. Bei der Prüfung vor Ort schauen sich unsere erfahrenen Dachdecker das Dach systematisch an:

  • Innen: Lage und Größe der Feuchtstellen, Spuren älterer Wasserschäden, Hinweise auf Tauwasser.
  • Fläche: Pfützen und Mulden, Gefälle, Bewuchs, Risse, Blasen, Zustand der Oberfläche.
  • Nähte: jede verdächtige Überlappung, bei Kunststoffbahnen auch mit der Prüfnadel.
  • Anschlüsse und Durchdringungen: Attika, Wand, Türschwellen, Lichtkuppeln, Rohre, Halterungen, Kappleisten und Bleche.
  • Abläufe und Notüberläufe: frei, richtig eingebunden, ausreichend für die Fläche?
  • Aufbau: Wie alt ist die Abdichtung, wie viele Lagen liegen schon übereinander, und ist die Dämmung darunter trocken? Wo nötig, öffnen wir dafür eine kleine Stelle und verschließen sie danach wieder fachgerecht.

Für Lecks, die sich so nicht finden lassen, gibt es spezielle Ortungsverfahren. Ob das bei Ihrem Dach nötig ist, sagen wir Ihnen nach der ersten Prüfung. Danach berät Sie Rainer Thormählen als Meister persönlich und sagt Ihnen ehrlich, was zu tun ist – und was nicht.

Flachdach-Reparatur in Schwerin: Wann sie reicht – und wann eine neue Abdichtungslage nötig ist

Eine Reparatur reicht meist, wenn …

  • der Schaden örtlich begrenzt ist – eine offene Naht, eine einzelne Blase, ein undichter Anschluss, ein beschädigtes Blech,
  • die Abdichtung im Übrigen noch elastisch und intakt ist,
  • die Dämmung darunter trocken geblieben ist,
  • oder die Ursache schlicht ein verstopfter Ablauf war.

Dann wird die Stelle fachgerecht geöffnet, getrocknet und mit passendem Material neu abgedichtet. Wichtig ist, dass das Material zur vorhandenen Abdichtung passt – nicht jede Bahn lässt sich mit jeder verbinden.

Eine neue Abdichtungslage ist sinnvoll, wenn …

  • die Abdichtung flächig gealtert ist: spröde, rissig, mit vielen Blasen oder Nähten, die an mehreren Stellen aufgehen,
  • immer wieder neue Leckstellen auftauchen und jede Reparatur nur bis zum nächsten Starkregen hält,
  • der Aufbau darunter aber noch trocken und tragfähig ist.

In diesem Fall kann auf die vorhandene Abdichtung eine neue Lage aufgebracht werden – eine sogenannte Regenerierungs- oder Sanierungslage. Der alte Aufbau bleibt liegen, das Dach bekommt eine neue, durchgehende Haut. So haben wir zum Beispiel ein Flachdach mit rund 1.100 m² erneuert, inklusive PV-Anlage obendrauf und ohne den Betrieb darunter zu unterbrechen.

Ein Neuaufbau wird nötig, wenn …

  • die Dämmung durchnässt ist – nasse Dämmung dämmt kaum noch und trocknet unter einer neuen Bahn nicht ab,
  • das Gefälle grundsätzlich fehlt und Pfützen das Problem sind; dann schafft eine Gefälledämmung Abhilfe,
  • die Dampfsperre defekt ist oder fehlt und Tauwasser im Aufbau entsteht,
  • schon so viele Lagen übereinander liegen, dass eine weitere nicht mehr sinnvoll ist.

Welcher der drei Wege auf Ihr Dach zutrifft, entscheidet nicht das Alter allein, sondern der Zustand von Abdichtung, Dämmung und Anschlüssen. Was wir bei Flachdächern, Balkonen, Terrassen und Gewerbedächern im Einzelnen machen – von Bitumen über Kunststoffbahnen bis Flüssigkunststoff –, lesen Sie auf unserer Leistungsseite Flachdach und Abdichtung. Wie sich die drei Systeme unterscheiden und welches zu Garage, Balkon oder Halle passt, erklären wir im Beitrag Bitumen, Folie oder Flüssigkunststoff.

Vorbeugen: So bleibt Ihr Flachdach dicht

  • Abläufe frei halten: besonders nach dem Laubfall im Herbst und nach Stürmen.
  • Regelmäßig hinschauen lassen: Eine Sichtprüfung in ruhigen Abständen findet offene Nähte und lose Anschlüsse, bevor Wasser in die Dämmung läuft.
  • Bei Umbauten an die Abdichtung denken: Wer etwas aufs Dach montieren lässt, sollte vorher klären, wie die Durchdringung abgedichtet wird.
  • Bewuchs entfernen lassen: Wurzeln von Gräsern und Birkensämlingen finden jede Schwachstelle.

Ob ein Steildach saniert werden muss, zeigt unser Beitrag Dachsanierung oder Reparatur? Woran Sie erkennen, was Ihr Dach wirklich braucht.

Kurz zusammengefasst

  • Ist das Flachdach undicht, liegt die Ursache meist an einer von fünf Stellen: stehendes Wasser, offene Nähte, Blasen, Anschlüsse und Durchdringungen, verstopfte Abläufe.
  • Der Fleck an der Decke zeigt selten genau das Leck – und manchmal ist es Tauwasser.
  • Sofort: nicht aufs nasse Dach, Strom prüfen, Wasser auffangen, dokumentieren, anrufen.
  • Reparatur bei örtlichen Schäden und trockener Dämmung, neue Abdichtungslage bei flächiger Alterung, Neuaufbau bei nasser Dämmung oder fehlendem Gefälle.

Wir prüfen erst. Dann reden wir.

Sie müssen nicht selbst herausfinden, woher das Wasser kommt. Unsere erfahrenen Dachdecker sehen sich Ihr Flachdach vor Ort an – Fläche, Nähte, Anschlüsse, Abläufe und Aufbau. Danach bekommen Sie eine ehrliche Einschätzung vom Meister. Manchmal lautet sie: Eine Reparatur reicht.

Wir arbeiten in Schwerin und Umgebung – rund 50 km um Holthusen. Rainer Thormählen Dachdecker GmbH & Co. KG, Meisterbetrieb seit 1995.

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