Flachdach undicht? Die fünf häufigsten Ursachen und was jetzt zu tun ist
Stehendes Wasser, offene Nähte, Blasen, Anschlüsse, verstopfte Abläufe: woran es liegt, was Sie sofort tun können – und wann eine Reparatur reicht.
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Beim Steildach liegt über allem die Eindeckung, darunter Lattung und Unterdeckbahn als zweite Ebene. Beim Flachdach gibt es diese zweite Ebene nicht. Die Abdichtung ist die einzige Haut, die das Wasser draußen hält – und genau deshalb lohnt es sich, vor einer Flachdachsanierung in Ruhe zu klären, welches System zu Ihrem Dach passt.
Drei Systeme kommen in der Praxis fast immer in Frage: Bitumenbahnen, Kunststoff- oder Elastomerbahnen – umgangssprachlich „Folie“ – und Flüssigkunststoff. Keins davon ist grundsätzlich besser. Es kommt darauf an, was unter der Abdichtung liegt, was auf ihr passiert und wie viele Anschlüsse, Rohre und Schwellen sie umschließen muss. Hier lesen Sie, wie sich die drei unterscheiden, wo wir welches System einsetzen und was außer dem Material über die Haltbarkeit entscheidet.
Heute werden auf Flachdächern Polymerbitumenbahnen verlegt – Bitumen, das mit Kunststoffen vergütet ist und dadurch bei Kälte elastisch und bei Hitze formstabil bleibt. Üblich ist ein zweilagiger Aufbau: eine untere Lage und eine Oberlage, meist mit Schieferbestreuung als Schutz gegen UV-Strahlung. Die Bahnen werden überlappend verschweißt oder, wo keine offene Flamme sein darf, als Kaltselbstklebebahnen verlegt – etwa auf Holzschalung oder direkt an brennbaren Bauteilen.
Was viele Folie nennen, sind im Fachjargon Kunststoff- oder Elastomerbahnen. Dazu gehören zum Beispiel Bahnen aus FPO, PVC, EPDM oder PIB. Sie werden meist einlagig verlegt – lose mit Auflast, mechanisch befestigt oder verklebt. Die Nähte werden je nach Material mit Heißluft verschweißt oder nach Vorgabe des Herstellers gefügt.
Eine Kunststoffbahn, mit der wir besonders vertraut sind, ist Rhepanol, eine Bahn auf Basis von Polyisobutylen (PIB). Unsere Dachdecker sind für die fachgerechte Verlegung von Rhepanol geschult – die Schulungsnachweise des Herstellers finden Sie bei unseren Zertifikaten. Das zählt, weil bei Kunststoffbahnen die Naht über die Dichtheit entscheidet: Jeder Hersteller hat eigene Vorgaben für Fügetechnik, Überlappung und Prüfung – wer sie kennt, verlegt nicht nach Gefühl.
Flüssigkunststoff wird vor Ort aufgetragen – in der Regel ein Harz auf Basis von PMMA, Polyurethan oder Polyester, in das ein Vlies eingebettet wird. Ausgehärtet entsteht eine nahtlose, fest haftende Abdichtung, die sich jeder Form anpasst.
Kleine Fläche, oft eine Holz- oder Betondecke, ein Anschluss an die Hauswand, ein Ablauf oder eine Rinne. Hier sind zweilagige Bitumenbahnen bewährt, auf Holz als Kaltselbstklebebahn. Eine Kunststoffbahn ist ebenso möglich, gerade wenn die Garage begrünt werden soll. Wichtiger als das Material ist hier meist der Wandanschluss: Er muss hoch genug geführt und oben sauber abgeschlossen sein. Genau dort beginnen die meisten Garagenschäden.
Ein Balkon hat wenig Fläche, aber viele Details: Türschwelle, Geländerpfosten, Randabschluss, Entwässerung, darauf häufig Fliesen oder Platten. Hier spielt Flüssigkunststoff seine Stärke aus, weil er ohne Naht um jeden Pfosten und unter die Schwelle geführt werden kann. Bei der Türschwelle lohnt der genaue Blick: Ist sie zu niedrig, läuft bei Starkregen Wasser über die Abdichtung hinweg – dann hilft auch das beste Material nicht ohne eine Lösung für die Entwässerung davor.
Hier ist das Flachdach gleichzeitig Decke eines beheizten Raums und Fußboden für Möbel, Pflanzkübel und Füße. Der Aufbau ist entsprechend vollständig: Dampfsperre, Wärmedämmung, Abdichtung, Schutzlage, darauf der Belag, zum Beispiel auf Stelzlagern. Auf der Fläche setzen wir je nach Aufbau zweilagig Bitumen oder eine Kunststoffbahn ein, an Türen, Brüstungen und Durchdringungen häufig Flüssigkunststoff. Was es mit der Dampfsperre auf sich hat, erklären wir in unserem Wissensbereich.
Große Flächen, oft eine leichte Tragkonstruktion aus Trapezblech, Lichtkuppeln, Lüfter – und ein Betrieb, der weiterlaufen soll. Einlagige Kunststoffbahnen, mechanisch befestigt, sind hier häufig die passende Lösung: wenig Gewicht, wenige Nähte, zügig verlegt. Auf einem Gewerbeobjekt haben wir zum Beispiel eine Flachdacherneuerung mit Gefälledämmung und Folienabdichtung ausgeführt. Bitumen kann aber genauso richtig sein: Auf einem rund 1.100 m² großen Flachdach haben wir eine Regenerierungslage und eine neue Abdichtung aus Bitumenbahnen aufgebracht, obendrauf eine PV-Anlage mit 83,25 kWp auf einer Aufständerung, die die Abdichtung nicht durchdringt. Mehr dazu in der Referenz Flachdachsanierung mit Regenerierungslage und PV.
Das beste Material altert schneller, wenn es dauerhaft unter Wasser steht. Nach den Fachregeln soll eine Flachdachabdichtung ein Gefälle von mindestens zwei Prozent haben, damit Regen zu den Abläufen läuft. Viele ältere Dächer haben das nicht – oder hatten es mal, bis sich die Unterkonstruktion gesetzt hat.
Die Lösung ist oft eine Gefälledämmung: Dämmplatten, die werkseitig keilförmig zugeschnitten sind und nach einem Verlegeplan so liegen, dass Grate und Kehlen das Wasser gezielt zu den Abläufen führen. Sie liegt über der Dampfsperre und unter der Abdichtung. So entstehen in einem Arbeitsgang zwei Dinge: ein Dach ohne Pfützen und eine bessere Wärmedämmung. Was dabei mitgeplant werden muss, ist die Höhe – an Attika, Wandanschlüssen und Türschwellen muss genug Platz bleiben, damit die Abdichtung weiterhin hoch genug geführt werden kann.
Diese Frage hören wir oft, und die ehrliche Antwort ist: Eine Jahreszahl, die für jedes Dach gilt, gibt es nicht. Ob eine Abdichtung lange hält, entscheiden vor allem diese Punkte – und das Material ist nur einer davon:
Darum fragen wir bei der Beratung nicht nur nach dem Material, sondern sehen uns das ganze Dach an.
Steht schon Wasser in der Garage oder unterm Balkon? Dann lesen Sie zuerst unseren Beitrag Flachdach undicht? Die fünf häufigsten Ursachen und was jetzt zu tun ist.
Welche Abdichtung auf Ihr Dach gehört, lässt sich nicht aus dem Katalog beantworten. Bei der Prüfung vor Ort sehen sich unsere erfahrenen Dachdecker Fläche, Gefälle, Nähte, Anschlüsse, Abläufe und den Aufbau darunter an. Danach berät Sie Rainer Thormählen als Meister persönlich: welches System passt, ob eine Sanierungslage reicht oder ob neu aufgebaut werden muss – und manchmal auch, dass eine Reparatur genügt.
Was wir bei Flachdächern, Balkonen, Terrassen und Gewerbedächern im Einzelnen machen, finden Sie auf unserer Leistungsseite Flachdach und Abdichtung in Schwerin. Lieber gleich schreiben? Nutzen Sie das Kontaktformular auf unserer Startseite – wir melden uns zeitnah mit einem Terminvorschlag.
Sie müssen sich nicht allein zwischen Bitumen, Folie und Flüssigkunststoff entscheiden. Wir sehen uns Ihr Flachdach an und sagen Ihnen ehrlich, was es braucht. Wir arbeiten in Schwerin und Umgebung – rund 50 km um Holthusen. Rainer Thormählen Dachdecker GmbH & Co. KG, Meisterbetrieb seit 1995.
Oder direkt anrufen: 03865 / 84 41 10 – bei uns geht ein Mensch ran.
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