Dachfenster austauschen: Wann es sich lohnt und wie der Einbau abläuft
Zugluft, Beschlag, Feuchte am Rahmen: woran Sie ein fälliges Dachfenster erkennen – und wie der Austausch sauber eingebunden wird.
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Von Rainer Thormählen Dachdecker GmbH & Co. KG · Meisterbetrieb seit 1995, Holthusen bei Schwerin
Das Dachgeschoss soll Wohnraum werden: Kinderzimmer, Arbeitszimmer, Schlafzimmer. Dann zeigt sich schnell, dass die kleine Luke von früher dafür nicht reicht. Wer jetzt seine Dachfenster plant, entscheidet über Licht, Ausblick, Lüftung und Sommerhitze für die nächsten Jahrzehnte – und darüber, ob man unter der Schräge gern sitzt oder dort nur Kisten abstellt.
In diesem Beitrag gehen wir die Fragen durch, die wir beim Ausbau in Schwerin und Umgebung am häufigsten hören: Wie groß müssen die Fenster sein? Was hat der Sparrenabstand damit zu tun? Schwing-, Klapp-Schwing- oder Ausstiegsfenster? Wann lohnt sich ein Lichtband, wann ein Dachbalkon? Und wann braucht es eine Genehmigung? Welche Fensterlösungen wir einbauen, finden Sie auf unserer Leistungsseite Dachfenster & Rolladen.
Ein Dachfenster zeigt zum Himmel. Es bringt deshalb deutlich mehr Licht in den Raum als ein gleich großes Fenster in der Giebelwand. Trotzdem wird unterm Dach oft zu knapp geplant – weil man vom alten Zustand ausgeht, nicht vom künftigen Raum.
Ein gutes Dachfenster lässt Sie im Sitzen hinaus- und im Stehen weit genug hochschauen, ohne sich zu bücken. Als Anhalt: Die Unterkante liegt etwa auf Brüstungshöhe, die Oberkante um 2 Meter über dem Fußboden. Wie lang das Fenster dafür sein muss, hängt von der Dachneigung ab. Je flacher das Dach, desto länger das Fenster – oder es werden zwei Fenster übereinander gesetzt.
Ein Dachfenster sitzt zwischen zwei Sparren. Der lichte Abstand zwischen ihnen entscheidet, welche Fensterbreite ohne Eingriff in den Dachstuhl passt. Rundum braucht das Fenster zusätzlich ein paar Zentimeter Luft für Montagewinkel und Dämmrahmen.
Soll das Fenster breiter werden als das Sparrenfeld, wird ein Sparren ausgewechselt: Er wird unterbrochen, und Wechsel leiten seine Last auf die Nachbarsparren ab. Das ist ein Eingriff ins Tragwerk und braucht je nach Umfang einen statischen Nachweis. Machbar ist es – aber es gehört in die Planung, nicht auf die Baustelle.
Oft die einfachere Lösung: zwei schmalere Fenster in benachbarten Feldern oder zwei Fenster übereinander. Das bringt ähnlich viel Licht wie ein großes Fenster, und der Dachstuhl bleibt, wie er ist. Oben und unten setzen wir in jedem Fall Wechsel zwischen die Sparren, an die Fenster, Dämmung und Innenfutter anschließen.
Die drei Grundtypen unterscheiden sich vor allem darin, wo der Flügel dreht und wo der Griff sitzt. Was passt, hängt von Einbauhöhe, Dachneigung und Möblierung ab.
Der Flügel dreht um eine Achse etwa in der Mitte, der Griff sitzt oben. Unter dem Fenster können Möbel stehen, weil der untere Teil beim Öffnen nach innen schwingt und man von vorn an den Griff kommt. Zum Putzen lässt sich der Flügel ganz herumdrehen. Gut geeignet, wenn das Fenster nicht zu hoch sitzt.
Der Flügel klappt oben angeschlagen nach außen auf. Geöffnet haben Sie freien Blick nach draußen und können bis an die Scheibe herantreten. Der Griff sitzt unten – das ist praktisch bei flacher Dachneigung und bei Fenstern, die hoch sitzen. Zum Reinigen gibt es zusätzlich eine Schwingstellung. Vor dem Fenster braucht es allerdings freien Platz zum Hinstellen.
Ausstiegsfenster sind seitlich oder oben angeschlagen und öffnen weit. Durch sie kommen Schornsteinfeger oder Handwerker aufs Dach. In ausgebauten Dachgeschossen kann ein Ausstiegsfenster außerdem als zweiter Rettungsweg dienen. Dafür stellt die Bauordnung Anforderungen an die lichte Öffnung, die Höhe der Unterkante über dem Fußboden und den Abstand zur Traufe. Ob Ihr Ausbau ein solches Fenster braucht, klärt Ihr Planer mit dem Bauamt – wir setzen die geforderten Maße fachgerecht um.
Sitzt ein Fenster außer Reichweite, gibt es Bedienstangen oder elektrische Antriebe, auch mit Regensensor, der das Fenster bei Schauer selbst schließt. Das ist vor allem bei Lichtbändern und hoch liegenden Fenstern über dem Kehlbalken ein Thema.
Ein Lichtband ist eine Fensterkombination: mehrere Dachfenster nebeneinander, übereinander oder beides, mit einem gemeinsamen Kombinations-Eindeckrahmen dicht in die Eindeckung eingebunden. Von innen wirkt das wie eine große Glasfläche. Die Sparren bleiben zwischen den Fenstern stehen – in vielen Fällen ohne Auswechseln.
Eine Variante ist das senkrechte Zusatzelement unter dem Dachfenster, eingebaut im Kniestock. Damit reicht das Licht bis auf den Boden, und Sie sehen auch im Sitzen hinaus. Dafür muss der Kniestock entsprechend geöffnet und angepasst werden.
Worauf es beim Lichtband ankommt:
Wie ein Fenster Schicht für Schicht in Eindeckung, Lattung, Dämmung und Dampfsperre eingebunden wird, beschreiben wir ausführlich im Beitrag Dachfenster austauschen: Wann es sich lohnt und wie der Einbau abläuft.
Ein Dachbalkon bringt Licht und einen Platz an der frischen Luft. Es gibt ihn in zwei sehr unterschiedlichen Ausführungen.
Ein zweiteiliges Fenster: Der obere Flügel klappt nach außen auf, der untere wird nach vorn geöffnet, seitliche Geländer klappen aus. So entsteht ein kleiner Austritt in der Dachfläche. Geschlossen ist es ein großes Dachfenster. Voraussetzung ist eine Dachneigung im vom Hersteller freigegebenen Bereich. Weil solche Fenster meist breiter sind als ein Sparrenfeld, ist ein Auswechseln der Sparren oft nötig.
Hier wird ein Teil der Dachfläche ausgeschnitten. Es entsteht ein richtiger Balkon im Dach – mit Boden, Brüstung und Tür. Der Boden ist technisch ein kleines Flachdach: Er braucht eine dichte Abdichtung, Gefälle, eine Entwässerung und einen sauberen Anschluss an die Türschwelle. Dazu kommen Eingriffe in den Dachstuhl, Statik und in aller Regel ein Bauantrag. Mehr zur Abdichtung waagerechter Flächen finden Sie auf unserer Seite Flachdach & Abdichtung.
Ehrlich gesagt: Der Dachbalkon ist der aufwendigste Weg zu mehr Licht. Er lohnt sich, wenn Sie den Austritt wirklich nutzen wollen. Geht es nur ums Licht, ist ein Lichtband meist die einfachere Lösung. Brauchen Sie dagegen mehr Stehhöhe, kann eine Gaube die bessere Wahl sein – siehe Dachgaube planen: Genehmigung, Bauweise und was sie für den Wohnraum bringt.
Dasselbe Fenster wirkt auf jeder Dachseite anders. Planen Sie Raum und Fenster zusammen:
Ein Tipp für den Sommer: Fenster auf beiden Dachseiten erlauben Querlüftung. Nachts geöffnet, ziehen sie die Wärme deutlich schneller aus dem Dachgeschoss als ein einzelnes Fenster.
Eine Rechtsauskunft können und dürfen wir nicht geben. Wir sagen Ihnen aber, welche Fragen vor der Bestellung geklärt sein sollten:
Unser Rat: Klären Sie diese Punkte mit Ihrem Planer oder beim zuständigen Bauamt, bevor Fenster bestellt werden. Wir liefern Ihnen dafür die Angaben zu Fenstergrößen, Lage und Konstruktion.
Beim Dachgeschossausbau kommen die Fenster vor Dämmung und Innenausbau. So bleiben Dämmebene und Dampfsperre geschlossen:
Wird das Dach ohnehin neu eingedeckt, setzen Sie die Fenster am besten gleich mit ein. Gerüst und offene Dachfläche sind dann schon da, und die Anschlüsse entstehen in einem Zug.
Sie planen den Ausbau und haben eine Frage zu Ihrem Dach? Schreiben Sie uns über das Anfrageformular auf unserer Startseite oder rufen Sie an: 03865 / 84 41 10 – bei uns geht ein Mensch ran.
Unsere erfahrenen Dachdecker messen Sparrenlage und Dachfläche vor Ort auf. Rainer Thormählen berät Sie als Meister persönlich: welche Fenster in welcher Größe, wo ein Lichtband oder ein Dachbalkon sinnvoll ist – und wo nicht. Den Einbau übernimmt sein eingespieltes Team.
Wir arbeiten in Schwerin und Umgebung – rund 50 km um Holthusen.
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