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Dachgaube planen: Genehmigung, Bauweise und was sie für den Wohnraum bringt

| Holzarbeiten

Von Rainer Thormählen Dachdecker GmbH & Co. KG · Meisterbetrieb seit 1995, Holthusen bei Schwerin

Das Dachgeschoss ist da, aber man kann nur in der Mitte aufrecht stehen. Der Schrank passt nicht unter die Schräge, Licht kommt durch ein einzelnes Dachfenster. Wer in Schwerin oder im Umland eine Dachgaube planen will, hat meist genau dieses Problem – und drei Fragen: Welche Gaube passt zum Haus? Was muss die Konstruktion leisten? Und braucht die Gaube eine Genehmigung?

In diesem Beitrag gehen wir die Punkte der Reihe nach durch: Gaubenformen, Statik, Anschluss an Dachhaut, Dämmung und Dampfsperre, Fenster, Genehmigung und Ablauf. Was wir als Dachdecker rund um Dachstuhl, Gauben und Überdachungen bauen, finden Sie auf unserer Leistungsseite Holzarbeiten.

Was eine Gaube für den Wohnraum bringt

Eine Gaube hebt einen Teil der Dachfläche senkrecht an. Unter ihr entsteht volle Stehhöhe, wo vorher die Schräge war. Das bringt drei Dinge:

  • Nutzbare Fläche: Für die Wohnfläche zählt nach der Wohnflächenverordnung, wie hoch der Raum ist. Flächen unter 1 m lichter Höhe zählen gar nicht, zwischen 1 und 2 m zur Hälfte, ab 2 m voll. Eine Gaube verschiebt genau diese Grenze – aus halber Fläche wird volle.
  • Licht und Luft: Das senkrechte Gaubenfenster lässt sich wie ein normales Fenster öffnen, gibt den Blick nach draußen frei und lässt sich bei Regen auf Kipp stellen.
  • Möblierbarkeit: Schrank, Schreibtisch, Dusche oder Treppenaufgang bekommen eine senkrechte Wand. Aus einem Abstellraum wird oft erst so ein Zimmer.

Was eine Gaube nicht ist: ein schneller Umbau. Sie greift in Tragwerk, Dachhaut und Dämmung ein. Darum lohnt sich die Planung vorher – und darum gehört sie in eine Hand, die alle Schichten kennt.

Gaubenformen: Welche passt zu Ihrem Dach?

Die Form entscheidet über Raumgewinn, Optik und oft auch über die Genehmigung. Die häufigsten Gauben in Schwerin und Umgebung:

Schleppgaube

Das Gaubendach ist eine einfache Fläche, flacher geneigt als das Hauptdach. Sie bringt viel Raum auf ganzer Breite und ist konstruktiv überschaubar. Achtung bei breiten Schleppgauben mit sehr flachem Dach: Unterschreitet die Neigung die Regeldachneigung des Ziegels, reicht die normale Eindeckung nicht. Dann braucht es Zusatzmaßnahmen unter der Eindeckung, eine Metalldeckung oder eine Abdichtung.

Satteldachgaube

Ein kleines Satteldach mit eigenem First, die klassische Gaube am norddeutschen Haus. Sie fügt sich gut ins Bild, lässt sich meist mit dem gleichen Ziegel eindecken wie das Hauptdach und bringt ein hohes Fenster. Der Raumgewinn ist etwas kleiner als bei der Schleppgaube gleicher Breite, dafür ist sie bei Bauämtern und in Gestaltungssatzungen oft gern gesehen.

Walmdachgaube

Wie die Satteldachgaube, aber mit abgewalmter Front. Wirkt ruhiger und passt zu Häusern mit Walmdach. Mehr Kehlen und Grate bedeuten mehr Handarbeit bei der Eindeckung.

Flachdachgaube

Kastenförmig, mit flach geneigtem Dach und Abdichtung statt Ziegel. Sie holt am meisten Raum heraus und passt zu moderner Architektur. Das Dach braucht eine sorgfältige Abdichtung mit sauberem Anschluss an das Hauptdach und eine durchdachte Entwässerung.

Spitzgaube und Fledermausgaube

Die Spitzgaube (Dreiecksgaube) bringt vor allem Licht, weniger Fläche. Die geschwungene Fledermausgaube ist eher ein Gestaltungselement und vor allem bei Reet- und Altbauten zu finden – aufwendig in der Ausführung, wenig Raumgewinn.

Unsere Faustregel: Erst klären, was der Raum braucht – Stehhöhe auf ganzer Breite oder vor allem ein gutes Fenster. Dann die Form wählen, die dazu und zum Haus passt.

Statik: Was die Gaube dem Dachstuhl abverlangt

Für eine Gaube werden Sparren unterbrochen. Ihre Last muss an anderer Stelle abgetragen werden. Dafür setzt der Zimmermann bzw. Dachdecker Wechsel ein – Querhölzer, die die gekürzten Sparren aufnehmen und die Last auf die benachbarten, durchlaufenden Sparren verteilen. Die Gaubenwangen stehen auf Stielen und tragen das Gaubendach.

Was das für Ihre Planung heißt:

  • Der Dachstuhl muss es tragen. Die Nachbarsparren bekommen mehr Last. Ob sie das schaffen, hängt von Querschnitt, Abstand und Zustand des Holzes ab. Oft werden sie verstärkt.
  • Ein statischer Nachweis gehört dazu. Bei einer Gaube rechnet in der Regel ein Tragwerksplaner nach, wie die Lasten laufen – auch Schnee- und Windlast. Wir stimmen uns mit ihm ab.
  • Der Zustand zählt. Beim Termin vor Ort schauen wir in den Dachstuhl: Feuchtespuren, Schädlingsbefall, schon einmal eingebaute Wechsel. Morsches Holz wird ersetzt, bevor die Gaube daraufkommt.

Der Anschluss entscheidet: Dachhaut, Dämmung, Dampfsperre

Eine Gaube schneidet ein Loch in das Schichtsystem Dach – und setzt ein kleines Dach mit eigenen Wänden hinein. An jeder Kante müssen die Schichten des Hauptdachs lückenlos an die Gaube anschließen. Hier entscheidet sich, ob die Gaube trocken und warm bleibt.

Außen: Eindeckung, Unterdeckbahn, Bleche

Die Unterdeckbahn des Hauptdachs wird rundum an die Gaube geführt und überlappend angeschlossen, damit Wasser immer nach unten und außen abläuft. Darauf folgen Konterlattung, Lattung und die Eindeckung. Wo Gaubenwange und Hauptdach zusammentreffen, sorgen seitliche Anschlussbleche dafür, dass kein Wasser hinter die Wange läuft. Unter dem Gaubenfenster kommt ein Brustanschluss, wo Gauben- und Hauptdach sich treffen, Kehlen. Diese Stellen sind die typischen Schwachpunkte alter Gauben.

Die Wangen: Bekleidung mit Hinterlüftung

Die seitlichen Wände der Gaube werden bekleidet – mit Schiefer, Zink, Holz oder Faserzement. Wichtig ist eine Unterkonstruktion mit Hinterlüftung, damit Feuchte abtrocknen kann. Die Wahl richtet sich nach Haus und Hauptdach und oft nach Vorgaben der Gemeinde.

Mittendrin: Dämmung

Gaubendach und Gaubenwangen werden genauso gedämmt wie das übrige Dach. Liegt im Hauptdach Zwischensparrendämmung, wird sie lückenlos an die Gaube herangeführt. Jede Lücke an Wechseln und Ecken ist eine Wärmebrücke – dort schlägt sich später Tauwasser nieder. Welche Dämmung zu Ihrem Dach passt, erklären wir im Beitrag Zwischensparren- oder Aufsparrendämmung?

Innen: Dampfsperre

Die Dampfsperre verhindert, dass feuchte Raumluft in die Dämmung zieht. An der Gaube muss sie von der Dachschräge ohne Unterbrechung in Gaubendach und -wangen übergehen, Stöße und Ecken verklebt, Anschlüsse an Fenster und Wechsel luftdicht. Fehlt das, kommt die Feuchte unbemerkt in die Konstruktion. Sichtbar wird es erst Jahre später an Stockflecken oder morschem Holz.

Das Gaubenfenster

In die Front der Gaube kommt ein senkrechtes Fenster – technisch ein Fassadenfenster, kein Dachfenster. Bei der Planung lohnt der Blick auf drei Punkte:

  • Größe und Brüstung: Je tiefer die Brüstung, desto mehr Licht und Ausblick. Die Höhe hängt davon ab, wo die Gaube auf dem Dach sitzt und wie hoch der Brustanschluss sein muss, damit Wasser sicher abläuft.
  • Anschluss: Das Fenster wird luftdicht an die Dampfsperre und schlagregendicht an die Außenbekleidung angeschlossen, unten mit einer Fensterbank aus Blech.
  • Sommerhitze: Gaubenfenster bekommen viel Sonne. Ein Rolladen oder außenliegender Sonnenschutz lässt sich am einfachsten gleich mit einplanen.

Reicht statt einer Gaube vielleicht auch ein größeres Dachfenster? Das hängt davon ab, ob Sie vor allem Licht oder vor allem Stehhöhe brauchen. Mehr dazu im Beitrag Dachfenster austauschen: Wann es sich lohnt und wie der Einbau abläuft.

Gaube und Genehmigung: Was in Ihrer Gemeinde gilt

Vorweg, ehrlich: Wir sind Dachdecker, keine Rechtsberater. Verbindlich ist nur die Auskunft der zuständigen Bauaufsicht. Was wir aus Erfahrung sagen können:

  • Eine Gaube verändert das Gebäude. Sie ändert Kubatur und Ansicht des Hauses und greift ins Tragwerk ein. Deshalb ist sie in Mecklenburg-Vorpommern in vielen Fällen genehmigungspflichtig. Maßgeblich sind die Landesbauordnung M-V und die Regeln vor Ort.
  • Der Bebauungsplan kann Vorgaben machen. Manche B-Pläne und Gestaltungssatzungen legen fest, wie breit Gauben sein dürfen, welche Form erlaubt ist, wie viel Abstand zu Ortgang und First bleiben muss oder welches Material an die Wangen kommt.
  • Zuständig ist je nach Ort eine andere Stelle. In Schwerin die Bauaufsicht der Stadt, im Umland die untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises – etwa Ludwigslust-Parchim oder Nordwestmecklenburg.
  • Sonderfälle: Steht das Haus unter Denkmalschutz oder in einem Denkmalbereich, entscheidet zusätzlich die Denkmalbehörde. Bei Doppel- und Reihenhäusern spielen Brandschutz und Abstand zur Nachbargrenze eine Rolle.

Für einen Bauantrag brauchen Sie in der Regel einen bauvorlageberechtigten Planer, also einen Architekten oder Bauingenieur. Wir arbeiten ihm zu: Aufmaß, Konstruktionsvorschlag, Materialien, Anschlussdetails. Bei denkmalgeschützten Häusern lesen Sie vorher unseren Beitrag Denkmalgeschütztes Dach sanieren: So läuft die Abstimmung mit der Denkmalbehörde.

Unser Rat: Fragen Sie früh beim Bauamt nach, bevor Form und Größe feststehen. Ein kurzes Gespräch erspart eine Umplanung.

Dachgaube planen in Schwerin: So läuft es bei uns ab

  1. Beratung vor Ort: Rainer Thormählen schaut sich als Meister Dach und Dachgeschoss an, nimmt Maße auf und bespricht mit Ihnen, was der Raum braucht und welche Gaubenform passt.
  2. Statik und Genehmigung klären: Tragwerksplaner und – wo nötig – Architekt kommen dazu. Wir liefern die Angaben zur Konstruktion und zu den Anschlüssen.
  3. Angebot: Sie bekommen ein schriftliches Angebot mit Konstruktion, Eindeckung, Wangenbekleidung, Dämmung, Dampfsperre und Fenster. Was nicht zu unserem Umfang gehört, etwa Innenputz oder Elektrik, steht drin, damit Sie es einplanen können.
  4. Ausführung mit festem Team: Gerüst stellen, Eindeckung im Gaubenbereich aufnehmen, Sparren auswechseln, Gaube aufbauen. Wird das Dach über Nacht offen, sichern wir es mit einer Notabdeckung wetterdicht. Danach Unterdeckbahn, Lattung, Eindeckung, Bleche, Wangenbekleidung, Fenster, Dämmung und Dampfsperre.
  5. Abnahme: Rainer Thormählen nimmt die Gaube mit Ihnen ab. Die Baustelle wird sauber übergeben.

Wie lange es dauert, hängt von Größe, Form und Wetter ab. Den Zeitrahmen nennen wir Ihnen im Angebot.

Kurz zusammengefasst

  • Wohnraum: Eine Gaube bringt Stehhöhe, Licht und anrechenbare Wohnfläche.
  • Form: Schlepp-, Sattel-, Walm- oder Flachdachgaube – je nach Raumbedarf, Haus und Vorgaben.
  • Statik: Sparren werden ausgewechselt, die Lasten nachgewiesen.
  • Anschlüsse: Unterdeckbahn, Eindeckung und Bleche außen, Dämmung lückenlos, Dampfsperre innen durchgehend verklebt.
  • Genehmigung: In vielen Fällen nötig, Vorgaben je nach Gemeinde und Bebauungsplan – verbindlich klärt das die Bauaufsicht.

Sie haben eine Frage zu Ihrem Dachgeschoss? Schreiben Sie uns über das Kontaktformular auf unserer Startseite oder rufen Sie an: 03865 / 84 41 10 – bei uns geht ein Mensch ran.

Wir schauen erst. Dann reden wir.

Bevor eine Gaube geplant wird, sehen wir uns Ihren Dachstuhl an. Rainer Thormählen berät Sie als Meister persönlich und sagt Ihnen ehrlich, was Ihr Dach hergibt. Den Bau übernimmt sein eingespieltes Team – Holz, Eindeckung und Abdichtung aus einer Hand.

Wir arbeiten in Schwerin und Umgebung – rund 50 km um Holthusen.

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