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Zwischensparren- oder Aufsparrendämmung? Vor- und Nachteile im Vergleich

| Dämmung

Wer sein Steildach dämmen will, hat im Kern zwei Wege: die Dämmung zwischen die Sparren legen oder als geschlossene Schicht obendrauf. Beide Wege halten die Wärme im Haus. Sie unterscheiden sich darin, von wo aus gearbeitet wird, was mit der Eindeckung passiert, wie viele Wärmebrücken übrig bleiben und ob Sie im Dachgeschoss Raumhöhe abgeben.

Dieser Beitrag ist eine Entscheidungshilfe für die Dachdämmung in Schwerin und Umgebung. Er stellt Zwischensparrendämmung und Aufsparrendämmung im Vergleich gegenüber und sagt, wann welche Variante passt. Die Kurzfassung vorweg: Bauen Sie innen aus und ist die Eindeckung gut, spricht viel für die Zwischensparrendämmung. Kommt ohnehin eine Neueindeckung, ist die Aufsparrendämmung meist die bessere Wahl. Dazwischen liegen Kombinationen – und die Frage, was in Ihrem Dach tatsächlich verbaut ist.

So sind beide Varianten aufgebaut

Ein gedämmtes Steildach ist ein Schichtsystem. Innen sitzt die Verkleidung, darüber die Dampfsperre, dann die Dämmung, darüber die Unterdeckbahn, die Konterlattung, die Traglattung und zuletzt die Eindeckung. Der Unterschied zwischen beiden Varianten liegt darin, wo die Dämmung in diesem Paket sitzt.

Zwischensparrendämmung

Die Dämmung füllt die Gefache zwischen den Sparren – meist als Klemmfilz aus Mineralwolle oder Holzfaser, der sich passgenau zwischen die Hölzer spannt. Von innen nach außen:

  1. Innenverkleidung, zum Beispiel Gipskarton auf einer Lattung
  2. Dampfsperre auf der Raumseite, Stöße und Anschlüsse verklebt
  3. Sparren mit Dämmung in den Gefachen
  4. Unterdeckbahn, diffusionsoffen und überlappend verlegt
  5. Konterlattung parallel zu den Sparren
  6. Traglattung quer dazu
  7. Eindeckung, zum Beispiel Tonziegel als Hohlpfanne

Die Sparren bleiben dabei Teil der Dämmebene. Das Holz, das ohnehin da ist, trägt die Dämmung – kostet aber auch Dämmwirkung, dazu gleich mehr.

Aufsparrendämmung

Hier liegt die Dämmung als durchgehende Plattenschicht auf den Sparren. Dafür muss das Dach von außen geöffnet werden: Ziegel und Lattung kommen herunter. Von innen nach außen:

  1. Sparren – innen sichtbar oder mit vorhandener Verkleidung
  2. Schalung auf den Sparren
  3. Dampfsperre als ruhige Fläche auf der Schalung
  4. Dämmplatten, zum Beispiel Holzfaser oder Hartschaum
  5. Unterdeckbahn auf den Platten oder bereits werkseitig aufkaschiert
  6. Konterlattung, durch die Dämmung hindurch in die Sparren verschraubt
  7. Traglattung und neue Eindeckung

Die Konterlatten tragen bei diesem Aufbau die Last der Eindeckung. Länge, Abstand und Anzahl der Schrauben folgen der Statik und den Vorgaben des Dämmstoff-Herstellers – das ist keine Stelle für Augenmaß.

Zwischensparrendämmung und Aufsparrendämmung im direkten Vergleich

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

Grundsätzlicher Vergleich – welche Variante an Ihrem Dach passt, zeigt erst der Blick vor Ort.
KriteriumZwischensparrendämmungAufsparrendämmung
ArbeitsrichtungVon innen oder bei offenem Dach von außenImmer von außen
EindeckungKann bei Arbeit von innen liegen bleibenMuss herunter – passt zur Neueindeckung
WärmebrückenSparren unterbrechen die DämmungDurchgehende Schicht über den Sparren
DämmstärkeBegrenzt durch die SparrenhöheRichtet sich nach der Plattendicke
Raumhöhe innenBleibt – außer mit UntersparrendämmungBleibt vollständig erhalten
Dachhöhe außenBleibt unverändertWächst; Anschlüsse werden angepasst
DampfsperreViele Anschlüsse an Sparren, Pfetten, GiebelnRuhige Fläche mit wenigen Anschlüssen
Wohnen während der ArbeitBei Arbeit von innen: betroffene Räume räumenInnen kaum Einschränkungen

Wann welche Variante passt: Ausbau von innen oder Neueindeckung

Die Entscheidung hängt selten am Dämmstoff. Sie hängt daran, was an Ihrem Haus ohnehin ansteht.

Sie bauen das Dachgeschoss aus oder renovieren innen

Kommt die Innenverkleidung sowieso herunter – weil der Spitzboden Wohnraum wird oder das alte Dachgeschoss modernisiert wird –, liegt die Zwischensparrendämmung nahe. Gedämmt wird aus dem Raum heraus, die Ziegel bleiben liegen, außen ändert sich nichts. Das bedeutet Staub und Umräumen in den betroffenen Zimmern, aber keinen Eingriff in die Eindeckung.

Eine Bedingung gibt es: Über der Dämmung muss eine intakte zweite wasserführende Ebene liegen. Viele ältere Dächer haben keine oder nur eine spröde Unterspannbahn. Dann läge die neue Dämmung direkt unter den Ziegeln, und Flugschnee oder Schlagregen würden sie durchfeuchten. Ob die vorhandene Bahn reicht, sehen wir nur im Dach selbst.

Die Eindeckung ist am Ende

Sind Ziegel porös, verrutscht oder gebrochen und ist die Lattung morsch, steht ohnehin eine Neueindeckung an. Dann ist das Dach sowieso offen – und die Aufsparrendämmung bekommen Sie im selben Arbeitsgang. Innen bleibt alles, wie es ist. Das ist vor allem dann ein Argument, wenn das Dachgeschoss bewohnt und frisch renoviert ist.

Auch bei offenem Dach ist die Zwischensparrendämmung möglich: Die Gefache werden von oben gefüllt, die Dampfsperre wird von außen schlaufenförmig über und zwischen den Sparren verlegt. Das lohnt sich, wenn die Sparren hoch genug für die nötige Dämmstärke sind und die Dachhöhe nicht wachsen soll – etwa beim Doppel- oder Reihenhaus mit Anschluss ans Nachbardach.

Sie bauen neu

Im Neubau sind beide Wege offen. Hier entscheiden Planung, Sparrenquerschnitt und Gestaltungswunsch – zum Beispiel, ob die Sparren innen sichtbar bleiben sollen. Das stimmen wir mit Bauherr, Architekt und Zimmerer vor dem Richten ab.

Welche Dämmarten wir am Steil- und Flachdach ausführen und wie wir dabei vorgehen, finden Sie auf unserer Leistungsseite zur Dachdämmung in Schwerin und Umgebung.

Wärmebrücken: wo die Wärme an der Dämmung vorbeigeht

Holz dämmt deutlich schlechter als Dämmstoff – grob drei- bis viermal schlechter als Mineralwolle oder Holzfaser. Bei der Zwischensparrendämmung ist jeder Sparren deshalb ein schmaler Streifen, über den mehr Wärme nach außen wandert als durch die Dämmung daneben. Bei üblichen Sparrenabständen macht das Holz rund ein Zehntel der Dachfläche aus. Das ist kein Mangel, sondern Physik – aber es muss in der Planung berücksichtigt werden.

Bei der Aufsparrendämmung liegen die Sparren unter der Dämmung. Die Schicht läuft ohne Unterbrechung über das ganze Dach. Wärmebrücken entstehen dann vor allem an den Rändern: an Traufe, Ortgang, First, Schornstein und Dachfenstern. Diese Anschlüsse sind bei beiden Varianten die Stellen, an denen sich gute von schlechter Ausführung unterscheidet.

Die Zwischensparrendämmung lässt sich nachbessern: Eine zusätzliche Untersparrendämmung – eine dünnere Lage unter den Sparren – überdeckt das Holz und mindert die Wärmebrücke deutlich. Wie sich Wärmebrücken und andere Schwachstellen am Dach bemerkbar machen, beschreiben wir auch auf unserer Seite zur energetischen Dachsanierung.

Raumhöhe: was Sie innen behalten – und was außen wächst

Im Dachgeschoss zählt jeder Zentimeter, vor allem an der Schräge. Hier unterscheiden sich die Varianten deutlich:

  • Zwischensparrendämmung allein: Die Dämmung verschwindet im Sparrenfeld. Innen ändert sich nichts an Raumhöhe und Stellfläche.
  • Zwischensparrendämmung mit Untersparrendämmung: Die zusätzliche Lage samt Lattung und Verkleidung rückt die Schräge nach innen. Das kostet einige Zentimeter – und an niedrigen Kniestöcken spürbar Stellfläche.
  • Aufsparrendämmung: Innen bleibt alles, wie es ist. Dafür wächst das Dach außen um die Stärke der Dämmplatten und der Lattung. Traufe, Ortgang, Anschlüsse an Schornstein und Wände sowie die Dachfenster-Eindeckrahmen werden angepasst.

Die Frage lautet also nicht nur „Wie viel Raum verliere ich?“, sondern auch „Wie viel Dach darf außen dazukommen?“. Bei frei stehenden Häusern ist das meist unkritisch. Bei Doppel- und Reihenhäusern, bei engen Grenzabständen oder Gestaltungsvorgaben klären wir das vorab.

Kombination: wenn eine Variante allein nicht reicht

In der Praxis ist die Antwort oft kein Entweder-oder. Drei Kombinationen begegnen uns häufig:

  • Zwischensparren- plus Untersparrendämmung: Die Standardlösung, wenn von innen gedämmt wird und die Sparren für die nötige Dämmstärke zu niedrig sind. Die untere Lage dient zugleich als Installationsebene: Kabel und Dosen sitzen dort, ohne die Dampfsperre zu durchlöchern.
  • Zwischensparren- plus Aufsparrendämmung: Bei einer Neueindeckung werden die Gefache gefüllt und zusätzlich eine Plattenlage aufgebracht. So reicht eine schlankere Aufsparrenschicht, und das Dach wächst weniger in die Höhe.
  • Vorhandene Dämmung plus Ergänzung: Ist eine alte Zwischensparrendämmung trocken und intakt, kann sie unter Umständen bleiben und von außen ergänzt werden. Ob das geht, hängt an ihrem Zustand und an der vorhandenen Folie auf der Raumseite.

Bei jeder Kombination gilt: Die Feuchte muss nach außen abziehen können. Die Dampfsperre gehört auf die warme Raumseite, nach außen werden die Schichten diffusionsoffener. Wer zwei Dämmlagen kombiniert, muss deshalb planen, wo die Folie liegt – sonst fällt zwischen den Lagen Tauwasser aus, mitten im Dach, wo es niemand sieht.

Hinterlüftung: was belüftet sein muss – und was nicht

Beim Thema Lüftung geht im Gespräch einiges durcheinander. Darum der Reihe nach:

  • Unter den Ziegeln wird immer gelüftet. Die Konterlattung hebt die Traglattung samt Eindeckung von der Unterdeckbahn ab. In diesem Luftraum zieht Feuchtigkeit ab – nach demselben Prinzip wie bei einer hinterlüfteten Fassade –, und Wasser, das unter die Ziegel gelangt, läuft auf der Bahn zur Traufe. Das gilt für beide Dämmvarianten.
  • Mit diffusionsoffener Unterdeckbahn darf die Dämmung bis an die Bahn reichen. Die Gefache werden voll gedämmt, ein zusätzlicher Luftspalt über der Dämmung ist dann nicht nötig. Das ist der heute übliche Aufbau, bei der Aufsparrendämmung genauso wie bei der Zwischensparrendämmung im Zuge einer Neueindeckung.
  • Mit alter, dampfdichter Unterspannbahn sieht es anders aus. Dann muss zwischen Dämmung und Bahn ein Lüftungsspalt bleiben, der an Traufe und First Zu- und Abluftöffnungen braucht. Das kostet Dämmstärke im Sparrenfeld – und ist einer der Gründe, warum wir bei der Zwischensparrendämmung von innen zuerst nachsehen, welche Bahn über den Sparren liegt.

Ein verstopfter Lüftungsraum oder eine Dämmung, die gegen eine dichte Bahn gepresst ist, fällt nicht sofort auf. Die Folgen kommen nach einigen Wintern: feuchte Dämmung, Stockflecken, angegriffenes Holz.

Drei Fragen für Ihre Entscheidung

  1. Steht eine Neueindeckung an? Wenn ja, liegt die Aufsparrendämmung nahe – oder eine Kombination, falls das Dach nicht zu hoch werden soll.
  2. Bauen Sie innen ohnehin um? Wenn ja und die Eindeckung samt Unterspannung ist gut, spricht viel für die Zwischensparrendämmung von innen, bei Bedarf mit Untersparrendämmung.
  3. Was steckt heute im Dach? Sparrenhöhe, Zustand von Holz und Lattung, Art der Unterspannbahn, vorhandene Dämmung, Feuchtespuren. Diese Antworten stehen nicht in den Bauunterlagen, sondern im Dach.

Wer tiefer einsteigen will: Welche Rolle die Lattung spielt und was das Gebäudeenergiegesetz bei der Erneuerung der Eindeckung verlangt, erklären wir im Beitrag Aufsparrendämmung oder Zwischensparrendämmung? So entscheiden Sie bei der Dachsanierung richtig.

Dachdämmung in Schwerin: So gehen wir vor

Wir legen uns erst fest, wenn wir Ihr Dach gesehen haben. Unsere erfahrenen Dachdecker schauen sich Sparren, Eindeckung, Lattung, Unterspannbahn und Dachgeschoss an. Rainer Thormählen berät Sie danach als Meister persönlich und sagt Ihnen, welcher Aufbau zu Ihrem Haus passt – auch dann, wenn die ehrliche Antwort lautet: Die Eindeckung hält noch, von innen dämmen reicht.

Wir arbeiten in Schwerin und Umgebung, rund 50 km um Holthusen. Schreiben Sie uns gern über das Kontaktformular auf unserer Startseite oder rufen Sie an: 03865 / 84 41 10 – bei uns geht ein Mensch ran.

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Dieser Beitrag stammt von der Rainer Thormählen Dachdecker GmbH & Co. KG – Meisterbetrieb seit 1995 aus Holthusen bei Schwerin.

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